Wann und wie Gold kaufen?

Wann und wie Gold kaufen?

Liebe Bar9-Kunden,

wir alle leben leider in extrem unsicheren Zeiten. Und auch gerade die sogenannten „Märkte“ zeigen sich nervös: Der Goldpreis, zum Beispiel geht einenTag stark in die Höhe, um am nächsten Tag auch wieder schwächer zu werden. Gleichzeitig haben so gut wie alle größeren Goldhändler geschlossen, das heißt: Wenn sie momentan Gold kaufen wollen, werden Sie selbst mit hohen Aufschlägen nichts mehr bekommen. Das gleiche gilt, wenn Sie verkaufen möchten.

Die gute Nachricht: Bei Bar9 können Sie weiterhin Gold kaufen und verkaufen (Stand: 24. März, 16:00 Uhr).

Aber soll man jetzt in der Krise Gold kaufen? Oder sollte man vielmehr die hohen Preise nutzen, um seine Goldbestände zu reduzieren und Kasse zu machen?

1.Generelles

Gold ist schon seit 3.000 Jahren der letzte Rettungsanker für Ersparnisse. In der modernen Welt gilt Gold als „lender of last resort“, weil sie, wenn Sie Gold besitzen, von niemandem abhängig sind: von keiner Bank, keiner Versicherungsgesellschaft, keinem Gegenüber, das Ihnen garantiert hat, dass sie für ein Papier, das sie in Händen halten, später mal etwas reales bekommen werden. Profis sagen dazu, Gold hat als eine der wenigen Vermögensanlagen keinerlei „Kontrahentenrisiko“. Das macht Gold so attraktiv in Zeiten, in denen man aus guten Gründen skeptisch sein muß gegenüber einzelnen Banken, aber auch gegenüber dem gesamten Finanzsystem. Es gibt derzeit hunderte von Argumenten, Gold zu besitzen und nicht wenige, gerade erfahrene Marktteilnehmer gehen davon aus, dass der Gold- und auch der Silberpreis langfristig deutlich ansteigen werden.

2.Besonderheiten

Viele meinen, in einer solchen Krise, wo Menschen vor den Filialen von Goldhändlern Schlange gestanden sind (bis diese geschlossen hatten), müsste der Goldpreis nur eine Richtung kennen: nach oben. Aber das stimmt so pauschal nicht. Denn die physische Nachfrage vor Ort ist das Eine. Der Welt-Goldpreis, wie er an den Börsen alle paar Sekunden neu festgestellt wird ist das andere: An den Rohstoffbörsen wird nämlich nahezu keine physische Ware gehandelt, sondern sogenannte „Futures“, also virtuelle Derivate, Finanzwetten auf Gold. Und hier kommen nun zwei Faktoren ins Spiel, die immer mal wieder dafür sorgen, dass der Goldpreis mitten in schärfsten Krisen scheinbar „überraschend“ einbricht:

  • Zentralbanken intervenieren an den Märkten, um den Goldpreis, der eintypischer „Panik-Indikator“ ist, ruhig zu halten und zu schwächen. DieseInterventionen passieren in der Regel zu Handelszeiten im New Yorker Handel und drücken den Preis innerhalb weniger Minuten um teilweise ein paar Prozentpunkte nach unten.
  • Großanleger geraten in schweren Krisen irgendwann auch in Liquiditätsnot und beginnen, alles abzuverkaufen was sie noch haben. Das sind dann Tage, in denen zum Beispiel an ein und dem selben Tag der Aktienmarkt crasht und parallel dazu das Gold fällt, wie ein Stein.

Solche Phasen, die die Goldanleger stark verunsichern, dauern meistens nicht allzu lange. Wer so etwas zum ersten Mal erlebt, wird sehr erschrecken. Hier sehen Sie, was während der Finanzkrise 2008 passiert ist: Zuerst wurde der Goldpreis im Zuge der allgemeinen „Liquiditätskrise“ nach unten gedrückt, schonnach kurzer Zeit begann er heftig wieder anzusteigen:

Gold price

3.Entscheidungshilfe

Sollen Sie nun Gold kaufen, oder nicht? Wenn sie normaler Anleger und Sparer sind, spielt für die Beantwortung dieser Frage der tagesaktuelle Goldpreis keine Rolle. Vielmehr sollten Sie alle Ihre Ersparnisse und Geldanlagen zusammenrechnen und ansehen, wie hoch der Anteil an physischem Gold bereits an ihren gesamten Ersparnissen sind. Gold dient als stabilisierender Faktor in ihren Ersparnissen, als „Versicherung“, wenn alle anderen Geldanlagen mit Kontrahentenrisiko zu wackeln beginnen. Deshalb sagt man allgemein, dass der Anteil an physischem Gold in ihren Ersparnissen bei rund 15% bis 25% liegen sollte. – Die Höhe sollten sie vor allem danach festlegen, wie optimistisch oder pessimistisch Sie für unser Finanz- und Bankensystem gestimmt sind.

15% bis 25% – diese gute alte Faustregel hilft Ihnen zu entscheiden, ob Sie jetzt Gold kaufen sollten, oder ob Sie Ihre Goldbestände reduzieren sollten. Übrigens sind leider die allermeisten Sparer auf der Welt extrem einstig aufgestellt und haben Ihre Ersparnisse nicht so strukturiert, dass sie nicht von heute auf morgen auf dem völlig falschen Fuß erwischt werden!

4.Abwicklung

Wenn Sie also einen Betrag x festgelegt haben, den Sie in Gold besitzen möchten, sollten Sie dann heute kaufen, weil der Goldpreis morgen höher sein wird? Nun, wirklich niemand von uns kann in die Zukunft sehen und keiner weiß, wo der Goldpreis in den kommenden Wochen stehen wird – auch, wenn manche Analysten und Marktschreier gerne Ihnen gerne den Eindruck vollkommener Weisheit zu vermitteln versuchen. Deshalb empfiehlt sich die klassische „Drittel-Regel“: Nehmen Sie den Betrag, den Sie investieren möchten und teilen Sie ihn durch drei. Investieren Sie das erste Drittel noch heute, das zweite Drittel in ein paar Wochen und das dritte Drittel wiederum noch etwas später.